Wie künstliche Intelligenz dabei unterstützt, Nachfrage, Auslastung, Zusatzverkäufe und Kundenwert gemeinsam zu optimieren.
Steigende Reisepreise, wirtschaftliche Unsicherheit und ein intensiver Wettbewerb prägen viele Diskussionen in der Touristik. Insbesondere die Debatte um Cashback-Modelle und Preisnachlässe im Reisevertrieb zeigt, wie stark sich die Branche auf den Endpreis einer Reise fokussiert.
Das ist nachvollziehbar: Reisen sind in den vergangenen Jahren spürbar teurer geworden, und Kunden vergleichen Angebote intensiver denn je. Gleichzeitig stehen Reiseveranstalter vor der Herausforderung, trotz steigender Kosten wettbewerbsfähig und profitabel zu bleiben.
Doch die Konzentration auf den Reisepreis greift zu kurz. Wirtschaftlicher Erfolg entsteht nicht allein durch den im Wettbewerbsvergleich richtigen Preis. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Nachfrage, Auslastung, Einkauf, Vertrieb, Zusatzverkäufen und Kundenwert entlang der gesamten Customer Journey.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur: „Welcher Preis ist der richtige?“, sondern: „Welches Angebot erzielt für welchen Kunden zum richtigen Zeitpunkt den höchsten Gesamtertrag?“
Yield Management verbindet Nachfrageprognosen, Kapazitätssteuerung und Preisentscheidungen, um begrenzte Kontingente möglichst wirtschaftlich zu vermarkten. Für Reiseveranstalter reicht es dabei nicht aus, ausschließlich Wettbewerberpreise und einzelne Produkte zu betrachten.
Ein zukunftsfähiger Ansatz bezieht zusätzliche Daten ein und überführt sie in konkrete Handlungsempfehlungen. Dazu gehören unter anderem:
Die nächste Entwicklungsstufe des Yield Managements optimiert deshalb nicht nur Preise. Sie betrachtet den Ertrag entlang der gesamten Reiseentscheidung und der anschließenden Customer Journey.
Yield Management gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Steuerungsinstrumenten in der Reisebranche. Viele Lösungen konzentrieren sich dabei vor allem auf die Preisgestaltung einzelner Produkte. Sie analysieren Wettbewerberpreise, Marktbewegungen und Preisabweichungen und liefern Empfehlungen für Preisanpassungen.
Dieser Ansatz schafft Transparenz und kann wertvolle Erkenntnisse liefern. Gleichzeitig stößt er an Grenzen: Der günstigste Wettbewerber bestimmt nicht automatisch die beste Preisstrategie. Wer ausschließlich auf Preisbewegungen im Markt reagiert, läuft Gefahr, sich in einen permanenten Preiswettbewerb hineinziehen zu lassen.
Dabei bleiben zentrale Einflussfaktoren unberücksichtigt – beispielsweise Nachfrageentwicklungen, die Auslastung eigener Kontingente, Einkaufskonditionen, Margen der Vertriebskanäle sowie die Potenziale für Upgrades und Zusatzverkäufe.
Erfolgreiches Yield Management beginnt deshalb nicht bei der Beobachtung des Wettbewerbs, sondern beim Verständnis der eigenen Geschäfts- und Kundendaten.
Wer eine Reise verkauft, verkauft längst nicht mehr nur die Kernleistung. Der wirtschaftliche Wert einer Buchung kann sich aus zahlreichen Bestandteilen zusammensetzen:
Gleichzeitig unterscheiden sich Kunden erheblich in ihren Interessen, Bedürfnissen und Kaufwahrscheinlichkeiten. Während der eine Kunde vor allem auf den Reisepreis achtet, legt ein anderer Wert auf Komfort, Flexibilität oder besondere Erlebnisse.
Die Herausforderung besteht deshalb nicht darin, jedem Kunden das günstigste Angebot zu machen. Entscheidend ist, ihm ein Angebot zu unterbreiten, das für ihn relevant und für den Veranstalter wirtschaftlich sinnvoll ist.
Hier setzt ein erweiterter, kundenbezogener Blick auf das Yield Management an. Statt ausschließlich den Preis eines Produkts zu optimieren, rückt der Gesamtertrag einer Buchung in den Mittelpunkt. Diesen Ansatz kann man als Customer Yield beschreiben.
Die zentrale Frage lautet: Welches Angebot ist für diesen Kunden relevant und gleichzeitig für den Veranstalter profitabel? Dafür werden Produkt-, Nachfrage- und Auslastungsdaten mit Informationen zu Einkaufskosten, Margen, Zusatzverkaufspotenzialen, Kundenpräferenzen und historischen Kaufmustern verbunden.
Das Ziel besteht nicht darin, den Verkaufspreis isoliert zu optimieren. Optimiert wird der wirtschaftliche Wert der gesamten Buchung – und perspektivisch auch der langfristige Kundenwert.
Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Ein Veranstalter verfügt für einen bestimmten Reisezeitraum noch über freie Kontingente in höherwertigen Zimmerkategorien. Historische Daten und die aktuelle Nachfrage zeigen, dass ein Teil dieser Kapazitäten voraussichtlich unverkauft bleibt.
Ein einfacher Ansatz würde das Upgrade zu einem festen Preis anbieten – unabhängig von Nachfrage, Auslastung oder Kundenprofil. Ein KI-gestütztes Yield-System kann dagegen zusätzliche Informationen berücksichtigen:
Auf dieser Grundlage lässt sich ein passendes Upgrade-Angebot zum geeigneten Zeitpunkt und zu einem Preis ausspielen, der sowohl für den Kunden attraktiv als auch für den Veranstalter wirtschaftlich sinnvoll ist.
Mögliche Effekte sind eine höhere Conversion, eine bessere Auslastung vorhandener Kapazitäten, zusätzlicher Ertrag und ein relevanteres Kundenerlebnis. Der entscheidende Unterschied: Nicht allein das Produkt steht im Mittelpunkt, sondern die konkrete Buchungssituation des Kunden.
Besonders interessant wird Yield Management nach der eigentlichen Buchung. Viele Reiseveranstalter verfügen über ein umfangreiches Portfolio an Zusatzleistungen. Dennoch werden diese häufig nur einem kleinen Teil der Kunden aktiv oder zu wenig differenziert angeboten.
Dabei unterscheiden sich Kunden deutlich hinsichtlich ihrer Interessen und Kaufwahrscheinlichkeiten. Während ein Kunde auf ein Parkplatzangebot reagiert, interessiert sich ein anderer eher für einen Transfer, eine Versicherung oder einen Ausflug vor Ort.
KI-Modelle können historische und aktuelle Buchungs- und Verhaltensdaten analysieren und daraus Muster ableiten: Welche Kundengruppen kaufen welche Zusatzleistungen? Zu welchem Zeitpunkt ist das Interesse am größten? Über welchen Kanal ist die Erfolgswahrscheinlichkeit am höchsten? Welche Leistungen werden in einem bestimmten Kontext häufig gemeinsam gebucht?
Auf Basis dieser Erkenntnisse lassen sich zielgerichtete Angebotsstrategien entwickeln. Die KI unterstützt nicht nur bei der Auswahl passender Zusatzleistungen, sondern auch bei der Frage, wann und über welchen Kanal diese angeboten werden sollten.
So entstehen zusätzliche Ertragspotenziale, ohne Kunden mit unpassenden Angeboten oder pauschalen Rabattaktionen zu überfordern.
Business-Intelligence-Systeme liefern seit vielen Jahren Transparenz über Umsätze, Buchungen, Margen und Auslastungen. Der nächste Schritt besteht darin, diese Informationen nicht nur auszuwerten, sondern für Prognosen und Handlungsempfehlungen zu nutzen.
Während klassische BI vor allem die Frage beantwortet „Was ist passiert?“, kann KI zusätzlich einschätzen: „Was wird wahrscheinlich passieren?“ und „Welche Maßnahme verspricht unter den gegebenen Bedingungen den größten Erfolg?“
Dadurch entsteht ein proaktiverer Ansatz des Yield Managements. Statt ausschließlich auf Entwicklungen zu reagieren, können Reiseveranstalter Chancen und Risiken früher erkennen und gezielter steuern.
Die Aufgabe der KI besteht dabei nicht darin, Entscheidungen vollständig zu ersetzen. Sie soll Verantwortlichen schneller bessere Grundlagen liefern und nachvollziehbare Empfehlungen für profitables Handeln ermöglichen.
Die Debatte um Preiswettbewerb, Cashback-Modelle und steigende Reisepreise zeigt, wie stark sich die Branche auf den Endpreis konzentriert. Langfristig wird sich Erfolg für die meisten Reiseveranstalter jedoch nicht allein über den günstigsten Preis definieren.
Erfolgreich werden diejenigen Unternehmen sein, die Nachfrage, Auslastung, Einkauf, Vertrieb und Kundenverhalten intelligent miteinander verknüpfen und daraus konkrete Entscheidungen ableiten. Yield Management entwickelt sich damit von einer überwiegend preis- und produktbezogenen Disziplin zu einer umfassenderen, kundenbezogenen Ertragssteuerung.
Die zentrale Frage lautet künftig nicht mehr nur: „Welchen Preis soll dieses Produkt haben?“, sondern: „Wie lässt sich der Gesamtertrag entlang der Customer Journey optimieren?“ Perspektivisch wird dabei neben der einzelnen Buchung auch der langfristige Kundenwert stärker in den Fokus rücken.
Voraussetzung dafür ist die intelligente Verbindung von Revenue Management, Kundendaten, Business Intelligence und KI-gestützter Personalisierung. Schon heute können Reiseveranstalter erhebliche Potenziale erschließen, wenn sie über die reine Preisoptimierung hinausdenken.
Genau an diesem Punkt setzt Yield:up an. ISO Travel Solutions entwickelt den Ansatz gemeinsam mit Reiseveranstaltern weiter und verbindet dafür Business Intelligence, künstliche Intelligenz und tourismusspezifisches Know-how. Ziel ist es, Preis-, Nachfrage-, Auslastungs- und Kundendaten ganzheitlich zu betrachten und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für profitables Wachstum abzuleiten.
Mehr zu Yield:up und den Lösungen von ISO Travel Solutions.
Sie möchten prüfen, welche Potenziale ein KI-gestütztes Yield Management für Ihr Unternehmen bietet? Gemeinsam betrachten wir Ihre Daten, Prozesse und Anwendungsfälle – von Nachfrage und Auslastung bis zu Upgrades und Zusatzverkäufen.